Leben und Lernen mit Natur und Technik

Präambel

Die Schulfarm Insel Scharfenberg ist ein staatliches Ganztagsgymnasium mit integriertem Internat, welches pädagogisch und organisatorisch durch die Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH in enger Kooperation mit der Schulleitung getragen wird. Die Schulfarm nimmt Kinder und Jugendliche jeder Herkunft als interne oder externe Schülerinnen und Schüler auf, die den Bildungsgang eines Gymnasiums absolvieren wollen und können und führt sie zum Abitur, das nach zwölf Jahren Schulzeit abgelegt wird. Die Aufnahme erfolgt nach der 6. Grundschulklasse, Schülerinnen und Schüler für höhere Klassenstufen können nur dann aufgenommen werden, wenn freie Schulplätze vorhanden sind.

Die Schulfarm Insel Scharfenberg, gegründet im Jahre 1922, stellt sich in die Tradition der Landerziehungsheime, die vor und nach dem ersten Weltkrieg im Rahmen der Schulreformbewegung gegründet wurde.

Sie macht es sich zur Aufgabe, den schulischen Werdegang ihrer Schülerinnen und Schüler und der Internatsbewohnerinnen und -bewohner fördernd zu unterstützen, soziales Lernen in der Gemeinschaft zu ermöglichen und sinnvolles kreatives Freizeitverhalten so anzuregen, dass individuelle Neigungen und Interessen im Rahmen gegebener Voraussetzungen verwirklicht werden können. Wesentlicher Aspekt dabei ist das gemeinsame Leben und Lernen der im Internat wohnenden Jugendlichen. Angesichts der gesellschaftlichen Tendenzen zur Individualisierung hat gerade die Internatserziehung eine wichtige gemeinschaftsbildende Funktion und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Ergänzung der familiären Erziehung.

Insofern hat das Internat auf Scharfenberg einen hohen Stellenwert im Kontext nachhaltig guter Bildung und Erziehung. Gerade für Jugendliche hat die „Peergroup“ einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Um so wichtiger ist es, dass Leben in der „Clique“ im Blick zu behalten und sich zusammen mit den Jugendlichen außerhalb der Schule auseinanderzusetzen, Werte zu vermitteln, Positionen zu beziehen, Grenzen aufzuzeigen und Stand zu halten, aber auch im gemeinsamen Austausch diese Grenzen immer wieder zu hinterfragen und auch zu verändern. Solch ein intensiver Austausch kann in dieser Form nur in einem Internat stattfinden.

Aufbau der Schulfarm

Die Schulfarm setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, welche im organisierten Miteinander das reformpädagogische Konzept des Lernens mit „Kopf, Herz und Hand“ umsetzen.

In zwei neuen bzw. sanierten Schulgebäuden, der Turnhalle, einem Kunsthaus und dem sogenannten Biologie-Pavillon arbeitet das Gymnasium nach den Rahmenlehrplänen der Berliner Schule, die gleichwohl inhaltlich und organisatorisch schulspezifisch gestaltet sind, um einen möglichst großen methodischen Freiraum für Schüler und Lehrer zu schaffen.

Die Landwirtschaft mit Tierhaltung (Ziegen, Schafe, Schweine, Pferde, Hühner, Kaninchen) und eigener Landwirtin, die Bienenzucht sowie der große Schulgarten kooperieren mit dem Fachbereich Biologie und bieten darüber hinaus den Internatsschülern vielfältige Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung.

Der Wassersportbereich des Segelns, Paddelns und Ruderns fördert Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen.

Das Internat – seit Gründung der Schule ihr pädagogisches Kernstück – besteht aus 7 freistehenden, denkmalgeschützten Häusern, die jedes ungefähr 20 Jugendliche aufnehmen können.

Schule und Internat bilden eine pädagogische Einheit. Beide Bereiche arbeiten an gemeinsamen Erziehungszielen und zeichnen sich durch ein solidarisches Zusammenwirken aus. Schulische und Internatsgremien arbeiten eng zusammen und lösen entstehende Konflikte solidarisch. Dabei sind die Schülerinnen und Schüler – auch in der Tradition der Gründungsjahre der Schulfarm – in hohem Maße in Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse des gemeinschaftlichen Miteinanders einbezogen.

Über regelmäßige Hausversammlungen und die monatlichen „Abendaussprachen“ und durch gewählte Haussprecher bzw. Internatssprecher wird sowohl die innere Kommunikation als auch die demokratische Teilhabe innerhalb der Internatsbewohner gewährleistet. Dabei ist allen Beteiligten bewusst, dass ein gleichberechtigtes Miteinander ein wertvolles pädagogisches Ziel ist, welches immer wieder aufs Neue in den Blick genommen, geübt, trainiert und erprobt werden muss.

Träger des Internats

Die Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gemeinnützige GmbH hat die Trägerschaft für das Internat der Schulfarm Insel Scharfenberg und für den Ganztagsbereich des staatlichen Gymnasiums übernommen. Ziel der Kooperation zwischen der Schulfarm Insel Scharfenberg und der tjfbg gGmbH ist die kreative Weiterentwicklung der bestehenden reformpädagogischen Ansätze, die Bereitstellung einer professionellen Internatsbetreuung sowie von Ganztagsangeboten, die in den Schulbetrieb integriert sind, und die Schaffung von innovativen Bildungsangeboten durch die Verknüpfung von Schul- und Sozialpädagogik. Die Persönlichkeitsentwicklung sowie die ganzheitliche Förderung und Unterstützung der Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Lebenslagen stehen dabei Seite 6 von 15 im Vordergrund des pädagogischen Wirkens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der tjfbg gGmbH. Die Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH betrachtet den Lebens- und Lernort Schule sowie das Internat als Raum, in dem gemeinsam Bildung, Erziehung und Betreuung gestaltet wird. Um bestmögliche Bedingungen für diese Kooperation zu schaffen, stellt die tjfbg gGmbH zum einen die notwendige Infrastruktur (Verwaltung, Personalabteilung, Öffentlichkeitsarbeit etc.) zur Verfügung und bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum anderen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfen. Die Regionalleitung steht der Internatsleiterin und den Erzieherinnen und Erziehern zur zeitnahen und fachlichen Beratung, Begleitung und Unterstützung im Auftrag der Geschäftsführung zur Seite. Die Schulleitung, Internatsleiterin, Geschäftsführung und Regionalleitung befinden sich im regelmäßigen Austausch über aktuelle Themen und Projekte. Die Erfahrung und das Wissen aus zahlreichen Projekten der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH fließen in die Arbeit des Internats der Schulfarm Insel Scharfenberg mit ein. Dadurch werden umfänglichere Projekte beispielsweise mit naturwissenschaftlichen, technischen und medienpädagogischen Inhalten ermöglicht. Dazu dienen auch der Austausch und die Entwicklung von Konzepten in schulübergreifenden Arbeitsgruppen. Seite 7 von 15 4. Pädagogische Zielsetzung In einer Zeit, die von Globalisierung und grundlegender Erneuerung geprägt ist, benötigen Kinder und Jugendliche stärker denn je verlässliche Bezugspersonen und Werte. Dazu gehört auch ein „ geschützter Rahmen“ im Sinne einer persönlichkeitsfördernden Umgebung. Damit verbunden sollte eine wertschätzende Kommunikation sein, die jedoch auf klaren Regeln und Absprachen basiert, deren Einhaltung die Voraussetzung für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft bildet. Diese Gemeinschaft kann das Leben in einer Familie oder das ergänzende Leben in einem Internat sein. Die Internatserziehung soll die Schüler im Besonderen befähigen, ihre verschiedenen Lebensbereiche in wachsender Selbstverantwortung und sozialer Eingebundenheit zu organisieren. Dabei lernen die junge Menschen, dass zur Freiheit sowohl Eigenverantwortung als auch Verantwortung gegenüber dem gemeinsamen Ganzen gehören, das diese Freiheit erst ermöglicht. Das Thema Freunde nimmt bei den Internatsschülerinnen und -schülern den wichtigsten Stellenwert ein. Im Internat lebt man ständig mit Gleichaltrigen in einer Gemeinschaft zusammen. Es wird zusammen gelacht, geteilt, gelernt und bei alldem werden wichtige Erfahrungen gesammelt und lebenslange Freundschaften geschlossen. Natürlich bestimmen Regeln das Zusammenleben, doch sie lassen Raum für die Entfaltung des Könnens, der Kenntnisse und Wünsche der Schülerinnen und Schüler. Das Internat bleibt eine Lebensgemeinschaft, die auf der Grundlage einer sinn – und wertorientierten Pädagogik von gegenseitiger Achtung, Verantwortung und Sorge aller Mitglieder getragen wird. Seite 8 von 15 Die Erziehung im Internat soll jungen Menschen dazu verhelfen, mündige, urteilsfä- hige und aufgeschlossene Erwachsene zu werden, die auf Grund ihrer Bildung und Werteüberzeugungen dazu in der Lage sind, ihr Leben in Verantwortung für die Gesellschaft zu gestalten. 5. Pädagogisches Personal Das pädagogische Personal setzt sich aus staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern sowie aus Pädagoginnen und Pädagogen mit vergleichbaren Abschlüssen zusammen. Damit ist eine fachlich fundierte und professionell ausgerichtete pädagogische Arbeit gewährleistet. Der Träger arbeitet nach dem Fachkräftegebot des Landes Berlins für pädagogische Einrichtungen. Außerhalb des Schulunterrichts sind die Erzieherinnen und Erzieher für die Jugendlichen die wichtigsten erwachsenen Ansprechpartner. Vor diesem Hintergrund ist das erzieherische Handeln geprägt durch: – Kenntnisse über die Grundbedürfnisse und Interessen der Jugendlichen – Wertschätzung – Anerkennung der individuellen Souveränität – Schaffen von Freiräumen für die eigene persönliche Entwicklung. Neben den erzieherischen Kompetenzen wird vorrangig auf Kommunikations- und Kritikfähigkeit, Flexibilität und Belastbarkeit geachtet. Die Erzieherinnen und Erzieher zeichnen sich durch ein hohes Maß an Qualifikation und Einsatzbereitschaft aus. Das Miteinander ist aufgeschlossen und respektvoll, die Erzieherinnen und Erzieher übernehmen eine Vorbildfunktion für die Internatsschülerinnen und -schüler. Die pädagogischen Fachkräfte des Internats arbeiten nach einem verlässlichen VierWochenschichtsystem mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten. Seite 9 von 15 6. Schulsozialarbeit Das Projekt der Schulsozialarbeit der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH auf der Schulfarm Insel Scharfenberg bietet Angebote und Unterstützung für alle Schülerinnen und Schüler des Ganztagsgymnasiums. Die Schulsozialarbeit versteht sich als gleichberechtigter Partner des Systems Schule und unterstützt die Schülerinnen und Schüler und weitere Akteure des schulischen Umfeldes durch einzelfallbezogene und gruppenpädagogische Maßnahmen sowie Netzwerk- und Gemeinwesenarbeit. Ziel einer erfolgreichen Schulsozialarbeit ist eine ganzheitliche Förderung der Schü- lerinnen und Schüler, welche die Selbstbestimmung, die gesellschaftliche Mitverantwortung und die Lernkompetenzen stärken und dadurch im Ergebnis Bildungsbenachteiligungen verringert und Chancengerechtigkeit erhöht. Dafür ist die Einbeziehung aller sozialen Systeme der Schülerinnen und Schüler entscheidend. 7. Tagesablauf Ganztagsschule bedeutet, über Zeitstrukturen nachzudenken und Rhythmisierung sinnvoll zu gestalten. Im Gymnasium mit Ganztagsprinzip bedeutet Rhythmisierung, den Wechsel und die Verbindung zwischen Lernsituationen und ungelenkten Phasen herzustellen. So ergibt sich für die Erzieherinnen und Erzieher die Notwendigkeit und Möglichkeit, Arbeitsgemeinschaften anzubieten, Projektarbeit zu unterstützen und eine Verzahnung von Schule und Internat zu gewährleisten. Das Internat ist ganzjährig geöffnet, abgesehen von den Schließzeiten in der Weihnachtszeit und den zentralen Wochen der Sommerferien. Seite 10 von 15 Unsere Bewohner beginnen den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück und melden sich nach dem Unterricht in ihrem jeweiligen Haus an. Sie haben täglich die Möglichkeit sich bis 18.00 Uhr ihren persönlichen Neigungen und Bedürfnissen entsprechend in Freizeitangeboten wiederzufinden und am Internatsleben aktiv teil zu nehmen. Die Internatsschüler der Sekundarstufe I (Klassen 7 – 10) haben von 18.00 bis 18.45 Uhr die Verpflichtung, sich ihren schulischen Belangen zu widmen und sich so bestimmten Lernanforderungen zu stellen. Dabei erfahren sie selbstverständlich Unterstützung durch die Erzieherinnen und Erzieher, aber auch durch die älteren Mitschüler. Von den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe wird erwartet, dass sie unterrichtliche Vor- und Nachbereitungen eigenverantwortlich und in der Regel ohne Anleitung vornehmen. Bei Fragen und Hindernissen erhalten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (Sek. II) Hilfestellungen und Unterstützung von den Erzieherinnen und Erziehern oder der Schulsozialarbeiterin. Die Bewohner des Internats bereiten nach Anleitung das gemeinsame Abendessen selbstständig vor und nehmen es in einer familiären Atmosphäre gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erzieher ein. Das Leben im Internat erfordert die aktive Mithilfe aller Bewohnerinnen und Bewohner. In den wöchentlichen Hausversammlungen, die für alle Hausbewohner verpflichtend sind, werden alle Angelegenheiten, die das Haus betreffen, und alle Aktivitäten der Inselgemeinschaft diskutiert und darüber, wenn nötig, Beschlüsse gefasst. Der Abend steht allen Bewohnern zur freien Verfügung, es werden gemeinsame Angebote durchgeführt und je nach Alter gibt es vorgegebene Ruhezeiten. Seite 11 von 15 8. Raumkonzept und Hauskonzept Die Häuser und Räume, die von den Bewohnern des Internats genutzt werden, sollen den Interessen, Bedürfnissen und dem Lebensumfeld entsprechen. Anregende Umgebungen fördern die Freude am Lernen und bieten zudem eine häusliche Atmosphäre. In den Wohnhäusern werden die Schüler im Schichtdienst von ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen betreut und unterstützt. In den einzelnen Häusern bewohnen bis zu 4 Schüler einen privaten Wohn- und Schlafraum. Es stehen sanitäre Anlagen und ein Gemeinschaftsraum in jedem Haus zur Verfügung. Den Bewohnerinnen und Bewohnern stehen ein „Freizeithaus“ mit einem Cafe, mit einer Bibliothek, einem Kinoraum, einem Musik- und Theaterraum sowie einem Raum mit wechselnden Spielangeboten zur Verfügung. Das „Freizeithaus“ wird als ein Projekt in Selbstverwaltung von den Schülerinnen und Schülern betrieben und vom pädagogischen Fachpersonal supervisiert. Das Cafe betreibt eine Schülerfirma. Traditionell ist das Oberstufenhaus weitgehend selbstbestimmend. Die Bewohner wohnen dort in Zweibettzimmern mit separater Dusche und WC. Alle Zimmer haben einen herrlichen Ausblick, vorwiegend direkt auf das Wasser. Selbständig werden in diesem Wohnhaus sämtliche Hausdienste eingeteilt und erledigt. Die Pädagoginnen und Pädagogen stehen als Ansprechpartner, Berater und Fachkraft den Jugendlichen zur Verfügung. Die Verselbstständigung der Jugendlichen und die Persönlichkeitsentwicklung stehen dabei im Fokus, um auf ein eigenverantwortliches Leben vorzubereiten. Neben dem“ Freizeithaus“ stehen den Internatsbewohnern zur Freizeitgestaltung auch die Sporthalle, ein Fitnessraum, ein Fußball- und Volleyballfeld, ein Badestrand sowie ein Bootshaus zur Verfügung. Seite 12 von 15 9. Kooperation und Kommunikation Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Kooperation von Schule, Internat und Jugendhilfe im Sozialpädagogischen Bereich ist eine professionelle Kommunikation. Um erfolgreich und motiviert arbeiten zu können, ist es für die Erzieherinnen und Erzieher notwendig, dass sie Informationen erhalten, die für ihre Arbeit wichtig sind, diese entsprechend weitergeben und damit eine direkte und offene Kommunikation gewährleisten. Bei Übergabe des Dienstes werden aktuelle Geschehnisse und Besonderheiten mündlich mitgeteilt. Darüber hinaus notieren die Erzieherinnen und Erzieher des Schichtbetriebes wichtige Informationen in ein „Übergabebuch“, um den jeweils aktuellen Informationstransfer zu gewährleisten. Auf der wöchentlichen Dienstberatung werden aktuelle Erfordernisse, organisatorische Aspekte und Fallbesprechung behandelt. Des Weiteren findet ca. alle 6 Wochen eine Teambesprechung statt, zu der alle Mitarbeiter des Internats anwesend sind, um sich über zukünftige Maßnahmen und Zielvereinbarungen auszutauschen bzw. festzulegen. Aushänge, Veranstaltungskalender, Berichte aus den verschiedenen Arbeitsgruppen, Gremien und Konferenzen sind weitere Kommunikationsmittel für das Team. Auftretende Barrieren und Konflikte werden zeitnah und lösungsorientiert behandelt. Hierfür garantieren in gemeinsamer Verantwortung die Leitungen der Schule und des Internatsträgers. Seite 13 von 15 9.1.Kommunikation mit Lehrerinnen und Lehrern und der Schulleitung Die Internatsleiterin ist das Bindeglied zwischen den Erzieherinnen und Erziehern auf der einen Seite und der Schulleitung und dem Träger auf der anderen Seite. Das bedingt die Gewährleistung der Weitergabe aller relevanten Informationen. Um die Lehrerinnen und Lehrer im Unterrichtsalltag mit den Internatsschülern zu begleiten und die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern, ggf. auch in Konfliktsituationen zu moderieren, kooperiert die Schulsozialarbeiterin mit dem Lehrerkollegium. Darüber hinaus hospitiert sie in den Schulklassen, fördert und berät die Schülerinnen und Schüler und reflektiert deren Lernweise. Durch Beobachtung von Unterrichtsprozessen und individuellem Lernverhalten können Impulse ermittelt werden, wodurch Unterrichtsstörungen vermieden werden und die zur Erweiterung und Bereicherung des Unterrichtsablaufs führen. Ein weiteres wichtiges Element der Kooperation von Internat und Schule ist die Teilnahme von Erzieherinnen und Erziehern an den regelmäßig stattfindenden Schul- und Gesamtkonferenzen der Lehrkräfte, an Gesamtelternversammlungen, sowie an Elternabenden der Klassen und die Teilnahme an Klassenfahrten und Exkursionen. 9.2. Kommunikation mit den Eltern Kinder erleben mit dem Eintritt in die Oberschule eine neue Lebensumwelt mit konkreten Leistungsanforderungen. Eltern und die pädagogischen Fachkräfte stellen sich der gemeinsamen Aufgabe, Kinder in diesem besonderen Lebensabschnitt zu begleiten, zu fördern und zu erziehen. Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften im Sinne der Jugendlichen ist notwendig, um das Leben im Internat familiär und in positiver Atmosphäre gestalten zu können und persönliche Entwicklungschancen sowie Perspektiven für die jungen Menschen gestalten zu können. Seite 14 von 15 Die Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Erziehern und Eltern kann täglich über Telefongespräche bzw. Emails stattfinden. Regelmäßige Elternabende und Elternnachmittage sowie Einzelgespräche sind ebenso ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit. Auch auf Schul- und Internatfesten, besonders zum „Tag der Alten“ und zum „Tag der offenen Tür“ findet ein reger generationsübergreifender Austausch zwischen „neuen“ und „alten“ Eltern statt. Auf Wunsch können die Eltern im Internat hospitieren, um den Tagesablauf zu erleben. Seite 15 von 15 9.3. Kooperation mit außerschulischen Partnern Der Einsatz von außerschulischen Partnern bereichert die Bildungs- und Erziehungsarbeit. Die Schulfarm Insel Scharfenberg kooperiert dabei mit verschiedenen Einrichtungen und Institutionen, die einerseits die bestehenden Angebote sinnvoll ergänzen, andererseits unverzichtbare Partner für einen Schul- und Internatsbetrieb sind. Die enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem schulpsychologischen Dienst ist zwingend erforderlich, um Schüler aus einem teils schwierigen familiären Umfeld zu unterstützen und zu fördern. Eine Lerntherapeutin ist Ansprechpartnerin bei schulischen Schwierigkeiten. Darüber hinaus unterhält die Schulfarm Insel Scharfenberg eine Kooperation mit einer Nachhilfeschule. Mit weiteren Internaten findet der Austausch über Organisationen, Regelungen und Abläufe innerhalb einer Internatsgemeinschaft statt. Wichtige Kooperationspartner existieren im Bereich Musik und Sport. Die Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizeidienststelle beinhaltet unter anderem die Sucht- und Gewaltprävention. Die Weiterentwicklung des vorliegenden Konzepts verstehen wir als kontinuierlichen Prozess mit dem Ziel der pädagogischen Qualitätssicherung und der integrativen Verzahnung von Schule und Jugendhilfe. Internat Schulfarm Insel Scharfenberg Berlin, 31.03.2010